Neben den Brandschützern aus Norby sind die Groß Wittenseer die einzigen im Kreisgebiet, die die vierte Stufe der Leistungsbewertung Roter Hahn absolviert haben. Wehrführer Frank Schröder erinnerte auf der Versammlung der Feuerwehr an die erfolgreiche Teilnahme an der Prüfung. Die nächste Stufe könne erst 2011 in Angriff genommen werden, sagte Schröder, daher solle darüber erst auf der nächsten Jahreshauptversammlung gesprochen werden.
In seinem Jahresbericht wies Schröder auf die 19 Einsätze der Feuerwehr in 2009 hin. Darunter drei Brände, drei Verkehrsunfälle, vier Ölspuren, die beseitigt werden mussten, zwei Sturmschäden, sieben Absperrdienste und eine Personensuche. Am 14. September verunglückte auf dem Wittensee ein Segler, der später nur noch tot geborgen werden konnte (die EZ berichtete). Das Rettungsboot der Feuerwehr befand sich an diesem Tag in der Reparatur. Zwar bekamen die Einsatzkräfte vom Wassersportverein ein Ersatzboot gestellt, Wehrführer Schröder teilte mit, dass man dennoch bei der Gemeinde einen Antrag auf ein Ersatzboot stellen werden.
Neuer Gerätewart der Freiwilligen Feuerwehr ist Rainer Holst. Er tritt die Nachfolge von Detlef Naeve an. Holst wurde außerdem auf der Versammlung ebenso wie Benny Prehn zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Zur Oberfeuerwehrfrau wurde Hanna Sell ernannt. Neu in der Truppe ist Thomas Ebeling und aus der Jugendfeuerwehr stößt Yannick Lage hinzu.
Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde Kay-Uwe Jöhnke geehrt, seit 30 Jahren ist Rolf Thode dabei und in der Ehrenabteilung wurde Dieter Blunck für 50-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr ausgezeichnet.
Vier Sterne für Groß Wittensee
25. Mai 2009 Von Britta Dunker, EZ
Ein Flair von Hollywood wehte am Sonnabend durch Groß Wittensee. Die Besucher des Schützenhofes erlebten im Rahmen der Leistungsbewertung Roter Hahn Stufe vier ein Spektakel mit, das an die Dreharbeiten zu einem Action-Film erinnerte.
Laute Musik dröhnte aus dem leer stehenden Haus in der Dorfstraße, eine Jugendliche lag offensichtlich alkoholisiert auf den Stufen vor der Haustür. Als die Feuerwehr eintraf, johlte und grölte das Mädchen, aus dem Gebäude hinter ihr drang Qualm aus den Ritzen von Fenstern und Türen nach draußen. "Ein Wohnungsbrand" lautete der Einsatzbefehl, Jugendliche seien beteiligt, die genaue Anzahl unklar. Zwei Feuerwehrmänner sprachen das Mädchen an, sie nuschelte etwas von zwei Kumpeln, dann befreite sie sich aus dem Griff ihrer Retter und rannte in das qualmende Gebäude zurück. "So etwas kann alles vorkommen, wir wollten ein Szenario, das möglichst echt an der Realität ist", sagte das Mitglied der Prüfungskommission Martin Stier.
Ruhig und gelassen, aber dennoch konzentriert verrichten die Feuerwehrleute ihre Arbeit, dann verschärft sich die Situation plötzlich. Kommissionsleiter Heinrich Babbe aus Bargstedt gab bekannt: "Der Wehrführer ist erkrankt". Damit war der Mann an der Spitze der Wehr, Frank Schröder, zum Zuschauer geworden. Sein Stellvertreter, Frank Hoffmann und Gruppenführer Holger Blunck übernahmen die Situation. Wenige Minuten später war das vermeintliche Feuer gelöscht, sowie insgesamt drei Jugendliche im Haus gefunden, ins Freie gebracht und medizinisch versorgt worden. "Da gibt es nichts daran auszusetzen, das war schon wie in einem Lehrfilm, so perfekt", sagte Babbe.
Vorangegangen waren diesem Teil der Prüfung bereits das Antreten, die Anzugmusterung durch das Prüfungsgremium, sowie eine Ordnungsübung, die Unterweisung durch den Sicherheitsbeauftragten und ein Theorietest. Außerdem waren auch Fahrzeuge, Geräte und Feuerwehrhaus begutachtet sowie eine "eingeklemmte Person" aus einem Unfallwagen mittels Spreizer an der B 203 am Sportplatz befreit worden. Dazu wurde das Dach des Autos entfernt und Malte Kuhr-Naeve als "Unfallopfer" gerettet. "Die Ruhe der Wehr ist wirklich lobenswert", hob Babbe auch während dieses Pflichtteils hervor, so dass es eigentlich kaum verwunderte, als der Leiter schließlich nach kurzer Beratung der Kommission das Ergebnis "Bestanden" bekannt gab.
Die genaue Punktzahl wird der Wehr in den nächsten Tagen mitgeteilt.
Die fünfte und letzte Stufe zum Roten Hahn können die Groß Wittenseer Kameraden dann frühestens in zwei Jahren absolvieren. Anders als die ersten Stufen wird der fünfte Stern vom Landesverband vergeben.
Letzte Aktualisierung am:
12.04.2011
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